Finanzen


Unser Ziel: stabile Gemeindefinanzen

Die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusserhöhung von 8 % ist gerechtgertig. Zukunft Suhr unterstützt dieses Anliegen an der Gemeindeversammlung vom 26. November 2015.


Die Steuereinnahmen der Gemeinde sind dazu da, Leistungen wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben und bürgerorientiert zu erbringen. Besonders herausfordernd sind dabei die Aufgaben, die an der Gemeindegrenze nicht Halt machen. Der Spielraum für Suhr wird immer enger und deshalb drängt sich auch auf der Einnahmeseite eine Anpassung auf.

 

Der Vergleich mit anderen Gemeinden im Kanton Aargau zeigt deutlich: Suhr erbringt mit seinen finanziellen Möglichkeiten gute bis sehr gute Leistungen. Anders ausgedrückt: Suhr gibt für Gleiches deutlich weniger aus und hat also die Ausgaben bereits im Griff. Gleichzeitig muss Suhr jedoch mit unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Einnahmen bei den Steuern auskommen (Suhr: 1’940 Franken / Kantonsschnitt: 2’360 Franken).

 

Selbstfinanzierung zu gering

Eine andere wichtige Kennzahl für die Gemeindefinanzen ist die Selbstfinanzierung (Cashflow). Diese Zahl zeigt, ob die Gemeinde aus eigener Kraft die Investitionen tätigen oder nach und nach die Schulden dafür wieder tilgen kann. Da erreicht die Gemeinde Suhr für die anstehenden oder bereits beschlossenen Investitionen einen zu tiefen Cashflow.

 

Aufwand: Einsparungen ausgereizt

Wie schon gesagt: Suhr leistet mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bereits das Maximum. Die Stellen auf der Verwaltung bleiben stabil. Dies betrifft die Aufwand-Posten, die Suhr überhaupt beeinflussen kann. Der deutlich höhere Teil des Budgets kann nicht beeinflusst werden. So wird beispielsweise der Gemeindeanteil für die Pflegefinanzierung pro Kopf vom Kanton eingefordert. Oder so werden etwa die Kosten für die Kantonsstrassen vom Kanton in Rechnung gestellt. Am letzten Infoforum hat jemand den Vorschlag gemacht, beim neuen Dorfschulhaus doch das Budget für «Kunst am Bau» zu streichen. Doch es gab gar keinen solchen Posten – ein Beispiel mehr dafür, dass die Verantwortlichen bereits heute mehr als umsichtig mit den Geldern umgehen. Immerhin sind sich alle einig, dass ein paar Tausend Franken da und dort keine wirklichen Einsparungen ergeben. Ausser man richtet mit grosser, gefährlich spürbarer Kelle an: 1 % Steuereinnahmen einsparen würde beispielsweise bedeuten, die Badi oder die Bibliothek ganz zu schliessen.

 

Höhere Steuern = gesicherte Leistungen und langfristig gute Lebensqualität

Die Ausgaben werden bereits heute genau im Auge behalten. Die Pro-Kopf-Einnahmen liegen unter dem Schnitt und eine Steigerung wird nur langfristig möglich sein. Es führt kein Weg daran vorbei, den Steuerfuss zu erhöhen, damit die Ausgaben durch Einnahmen gesichert sind und ein angemessener Cashflow erreicht wird. Gerne schielen wir auf die guten Steuerzahlen, die doch bitte nach Suhr ziehen sollen. Nun – diese schauen vor allem auf die Leistungen und erst sehr viel später auf den Steuerfuss (das sagen alle Untersuchungen dazu). Es ist also ein sehr gefährliches Spiel, Leistungen abbauen zu wollen. Denn wer gute Steuern zahlt, erwartet auch gute Leistungen.

 


Wer investiert, sichert die Zukunft. Dies gilt auch für eine Gemeinde. Wir wollen mittelfristig die Steuereinnahmen verbessern. Dies heisst gleichzeitig, neuen und besseren Steuernzahlen auch etwas zu bieten. Dazu gehören ein guter Service public und attraktive Angebote in verschiedenen Bereichen (Schule, Kinderbetreuung, Kultur, Freizeitangebote, Infrastruktur). Fremdkapital für nachhaltige Investitionen ist bei Bedarf einzusetzen.